Knappes Spiel gegen amtierenden Meister

von Maike Schramm

Bonn zeigt gute Performance im zweiten Heimspiel (Foto: C. Frey)

Am Samstag, 25. September 2021, empfingen die SSF Fortuna Bonn den TSV Bayer 04 Leverkusen in der Hardtberghalle.

Der letztjährige Meister spielte zuletzt im WVV Pokal gegen die Bonnerinnen. In diesem Spiel präsentierten sich die Leverkusenerinnen als dominierende Mannschaft und auf Bonner Seite wollte kein Automatismus funktionieren. „Pokalspiel ist vergessen, jetzt zählt das Spiel heute!“, so Headcoach Anton vor dem zweiten Heimspiel dieser Saison.

Das Team freute sich, neben Anton und Co-Trainer Frank Goerlach endlich wieder Bernd Werscheck auf der Trainerbank begrüßen zu dürfen.

Knappe Spiele im ersten Satz

Im ersten Satz schienen die Bizeps Volleys die Bayer Volleys mit ihrer Leistung etwas zu überraschen. Mit einem guten Aufschlagspiel und variablen Pässen legten die Bonnerinnen vor und zwangen die Gäste bei 12:8 in die eigene Auszeit. Diese schien allerdings Früchte getragen zu haben, da Leverkusen im Aufschlag deutlich stärker zurückkam und den Bonner Block im Angriff vor mehrere Probleme stellte. In der Crunch Time begann also ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem Bonn bis 18:19 auf Augenhöhe mit Leverkusen blieb. Leider zeigte sich Leverkusen als zu erfahren, um den Satz nach einer kurzen Führung gegen Ende noch abzugeben und gewann den ersten Durchgang mit 21:25.

Wohlwissend einen guten Satz gespielt zu haben, merkten die Bonnerinnen, dass da noch mehr geht. Umso motivierter starteten sie in den zweiten Durchgang, der sich erneut als Satz auf Augenhöhe bezeichnen lässt. Nach einer Serie von drei Punkten in der Mitte des Satzes übernahm Bonn mit 17:16 sogar kurz die Führung. Doch erneut war es die Erfahrung und das Durchsetzungsvermögen der Bayer Volleys den Satz knapp mit 23:25 für sich zu entscheiden.

Sieg im dritten Satz

Nach zwei so knappen Sätzen hätte mit einem Leistungsabfall gerechnet werden können. So schien es sich auch Anfang des Satzes abzuzeichnen. Während Leverkusen schnell über die Außenpositionen punktete, gelang es den SSF Fortuna nur selten, die Angriffe konsequent durchzubringen. Relativ früh reagierte Anton mit Wechseln. Meret Faller kam für Jil Molitor, die bis dahin im Angriff ein ums andere Mal „Bizeps gezeigt hatte“. Mitte des Satzes kam außerdem für Annika Brück, die sich in Abwehr und Angriff mutig präsentierte, die neue Außenangreiferin Rukije Muja.

Bonn schien sich in der Mitte des Satzes nun zu stabilisieren. Die Annahme rundum Lina Adams funktionierte hervorragend, sodass Jil von der Stein auf der Zuspielposition zunehmend schnellere Pässe spielen konnte. Es lag in erster Linie an der durchgehend positiven und kämpferischen Stimmung auf Bonner Seite, die letztendlich dazu führte, dass die Bizeps Volleys den Rückstand aufholten und den Satz mit 25:22 für sich entscheiden konnten.

Ein Spiel, dass mindestens einen Punkt verdient hätte

„Lasst uns in den Tie-Break“, so die Ansage vor dem vierten Satz. Es sah auch bis zum Ende hin nach Tie-Break aus, denn die Bizeps Volleys schienen von Beginn an alles in diesem Satz zu geben und das Team um Trainer Tigin Yaglioglu zeigte sich zunehmend zurückhaltender, da unter fast jedem Ball, der angegriffen wurde, eine Bonner Hand war. Doch nicht nur Block und Feldabwehr sind positiv zu erwähnen. Auch die Angreiferinnen zeigten sich auf allen Positionen bereit. Allen voran Kapitänin Lena Maaswerd, die fast jeden Pass im gegnerischen Feld unterbrachte. Bei 23:20 schien einem Punkt gegen den amtierenden Meister nichts mehr im Wege zu stehen. Doch die Bizeps Volleys hatten die Rechnung ohne das Gästeteam gemacht. Leverkusen verkürzte auf 23:23 und trotz eines Satzballs bei 24:23 rissen die Bayer Volleys das Spiel in der entscheidenden Phase nochmal an sich, profitierten von einigen Absprachefehlern der Heimmannschaft und gewannen das Spiel letztendlich mit 24:26 im dritten Satz und 1:3.

MVP wurde auf Bayer Seite Sarah Overländer, die sich variabel in ihren Angriffen präsentierte und den Bonner Block ein ums andere Mal umspielte. Auf Bonner Seite konnte sich Lena Maasewerd über die Silbermedaille freuen, die im Angriff und der Annahme eine sehr gute Leistung zeigte und den Bizeps Volleys zahlreiche Punkte bescherte.

„Wir waren gleich auf und haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Am Ende scheitere es an den Basics, in denen eine Mannschaft wie Leverkusen einfach überlegen ist“, so Werscheck nach dem Spiel. Auch Anton zeigte sich zufrieden, wird aber genau an diesen Basics in der kommenden Zeit mit seiner Mannschaft feilen.

Die Freude über das kommende spielfreie Wochenende war bei den Rheinländerinnen verhalten, da sie den Schwung und die positive Stimmung, die sie trotz der Niederlage gegen Leverkusen gezeigt hatten, gerne mit in das nächste Spiel genommen hätten. Sie werden aber alles daran setzen beides beizubehalten und sich in der kommenden Woche optimal auf die Stralsunder Wildcats vorzubereiten, um endlich ihre ersten Punkte in dieser Saison einzufahren.

Carlotta Hensel

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