Erfolgreicher Saisonauftakt für die 1. Herrenmannschaft

von Maike Schramm (SSF)

Foto: M. Dombrowski

Samstag um 16 Uhr war es endlich so weit. Lang ersehnt ertönte für die Bonner Erstvertretung der Herren vor zahlreichen Fans auf dem Hardtberg der Anpfiff in die Regionalligasaison 2020/21.

Gegen die Solingen Volleys konnte der an der Seitenlinie agierende Jörg Brügge personell aus dem Vollen schöpfen. Mit Selmoser im Zuspiel, Grün und Enzensperger über Mitte, Paruschke über Diagonal und der bewährten Flügelzange Maron und Kleinewalter über Außen schenkte der Coach der erwarteten Startformation das Vertrauen.

Hatten die letzten Testspiele zwar einen guten Eindruck hinterlassen, galt es natürlich, diesen auch unter Wettkampfbedingungen auf dem Feld zu bestätigen. Dies gelang in weiten Teilen schon sehr gut. Die Annahme, das von beiden Trainern viel trainierte Paradeelement im Bonner Spiel, ließ phasenweise noch ungewohnte Ungenauigkeiten erkennen, die Selmoser im Zuspiel jedoch nicht vor allzu große Herausforderungen stellten. Sehr gut wieder einmal die Durchschlagskraft über Außen. Kleinewalter und Maron setzten sich mit Höhe und gutem Auge auch bei teilweise nicht optimalen Pässen gegen den Solinger Block durch. Selmoser gelang es oftmals, den Solinger Block mit schnellen Pässen auseinander zu ziehen. Vor allem die starke Leistung des Solinger Liberos verhinderte, dass noch mehr Bonner Angriffe beim ersten Versuch den Boden erreichten.

Alle Sätze gestalteten sich zunächst knapp mit regelmäßigen Führungswechseln. Gerade im ersten Satz bereitete der linkshändige Solinger Diagonalangreifer dem Bonner Block Probleme. Vor allem Grün stellte sich jedoch zügig auf die Passverteilung im Solinger Spiel ein und konnte dadurch zumeist einen soliden Doppelblock stellen.

Im weiteren Spielverlauf demonstrierte der Bonner Block dann wieder die aus der Vorsaison gewohnte Stärke. Erwähnenswert die starke Blockleistung des Zuspielers, der dadurch vier direkte Blockpunkte beisteuerte. Das erleichterte dem Abwehrriegel um den guten Libero Christian Prior die Arbeit immens.

Einen Rückschlag musste das Team im zweiten Satz hinnehmen, als sich mit Janusz Paruschke der einzige nominelle Diagonalangreifer im Kader verletzte. Bei einer Abwehraktion zog er sich eine Fingerluxation zu und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die nächsten Spiele ausfallen.

Brügge brachte für ihn Jan Gehm, der zuletzt zwar überwiegend außen eingesetzt wurde, aber in seiner Karriere schon viel Zeit auf der Diagonalposition verbracht hat. Der bundesligaerfahrene Franke fand glücklicherweise schnell ins Spiel, sodass es zu keinem Bruch des Momentums kam. Nachdem der erste Satz bereits 25:23 gewonnen werden konnte, stand am Ende des zweiten Satzes ein 25:22 auf der Anzeigetafel.

Im dritten Satz hielt Solingen zunächst wieder gut mit, verlor jedoch zusehends den Faden. Am Ende war es ein von Enzensperger souverän gestellter Doppelblock, der den Satz mit 25:17 und das Spiel mit 3:0 beendete.

Zum Most valuable Player auf Seiten Bonns wurde völlig verdient Jannick Selmoser gekürt, der auch an den Block zum Matchball seine Finger bekam. In Erinnerung bleibt er aber vor allem mit dem Ballwechsel des Spiels, als er nach einer Abwehr dem Ball hinterher über Wasserkasten und Ersatzbank hechtete, den Ball im Spiel hielt, sich wieder aufrappelte und nach einem Sprint zum Netz den erneuten Solinger Angriff blockte. Nicht weniger verdient, die Auszeichnung des Liberos auf Seiten Solingens für seine klasse Abwehrarbeit.

Martin Dombrowski

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